2022 - was bedeutet dieses Jahr für uns? Krise und Erfolg, Beschränkungen und Freiheit, Hoffnungslosigkeit und Normalität. Viele Emotionen gab es dieses Jahr, ob man wollte oder nicht. Insgesamt war 2022 ein Jahr voller positiver Energie...
Ende 2021 begann ich, einen Kurs zu absolvieren, um gute Texte zu schreiben. Ich hätte niemals gedacht, daß mir das Texten (in der Schule würde man sagen "Deutsch") plötzlich viel Spaß machen würde. Trotzdem musste ich mich durch viele Dinge hindurcharbeiten - Struktur, Keywordsuche, Gestaltung von Überschriften und Titelbildern und vieles mehr.
Mein Wunsch war, die Menschen, die an Online-Musikunterricht zweifeln, abzuholen, sie neugierig zu machen und vielleicht sogar zu begeistern. So entstand mein erster Blogpost "Geigenunterricht online - bringt das was? Pro und contra", den ich im Februar veröffentlicht habe. Mein Ziel, einmal pro Monat einen neuen Artikel zu schreiben, hab ich fast geschafft 😄.
Mit Schulkindern ist eigentlich klar, daß man früher oder später nicht um eine Corona-Infektion herumkommt. Und so war es dann auch. Mein großer Sohn brachte es mit nach Hause, er hatte zwei Tage Kopfschmerzen.
Was das Absurde ist: vier Mal war der Arme in Quarantäne, also ZWEI KOMPLETTE MONATE!!! Drei Mal vorsorglich, weil er Kontaktperson war. Nur einmal war er wirklich infiziert. Seine eigentlichen Beschwerden dauerten zwei Tage... Unseren Kids wurde in dieser Zeit wirklich viel zugemutet.
Ein paar Tage später hatte dann mein kleiner Sohn einen positiven Test und etwas Fieber. Am nächsten Morgen sprang er umher, und ich dachte, wow, schon wieder gesund!? Es kam noch ein fiebriger Abend, und dann waren auch seine Symptome vorbei.
Aber es war eine Frage der Zeit, bis es mich auch erwischte. Zwei Tage lang hatte ich Schnupfen. Aber - am 15. Tag war mein Test immer noch nicht negativ! Ich fragte mich wirklich, was das Ganze sollte. Ich musste Konzerte absagen, obwohl es mir gut ging. Das tat weh...
Aber eines haben meine Kids und ich festgestellt: wenn wir alle zuhause sind - oder sein müssen - fühlen wir uns alle mega wohl. Wir geniessen die stressfreie Zeit, jeder kann sein wie er ist. Und besonders freuen mich die Worte meiner Kids: "Mama, wir haben die Corona-Zeit wirklich so gut gemeistert!"
Nach einigen abgesagten Konzerten begannen endlich die Proben für unser Klaviertrio-Konzert. Letztes Jahr durfte ich fast in meiner Heimat Astor Piazzollas ehemaligen Cellisten Carlos Nozzi kennenlernen! Wir wollten natürlich zusammen spielen und unsere Idee war, ein Klaviertrio zu gründen. Der Pianist Gustavo La Cruz, den ich aus meiner Studienzeit kenne, passt perfekt in dieses Ensemble.
Unser erstes Konzert war beim Oberpfälzer Tangofestival im Kloster Speinshart. Wir spielten Tangos von Piazzolla und zwei Klaviertrios von Nadja Boulanger, die Piazzollas Kompositionslehrerin war.
Mit Carlos Nozzi musste ich unbedingt meine erste Podcast-Folge aufnehmen. Er erzählt viele lustige und spannende Geschichten über Tango, Piazzolla, sein Leben und vieles mehr. Höre
HIER rein!
Danach startete eine tolle Konzertsaison. Ich glaube, so viele Konzerte habe ich selten gespielt. Vielleicht fühlt es sich auch nach Corona nur so an, als wäre es viel.
Während Corona hab ich begonnen, Playback zu spielen. Oft konnte aus Platzgründen nur ein Musiker spielen (wegen den Abstandsregeln). Früher dachte ich, zu einer CD spielen ist doof. Aber ich wurde eines besseren belehrt - jetzt finde ich es grandios! Ich bin unabhängig und es macht riesig Spaß, die vier Jahreszeiten, Jazzstandards, Tangos und andere tolle Musik "Karaoke" zu spielen. Auch ganz besondere Musikwünsche zum Beispiel für Beerdigungen lassen sich so sehr gut erfüllen.
Bis in den Dezember hinein spielte ich viele Konzerte, u.a. mit dem Duo Margaux, mit "perfume de tango" auf Mallorca oder mit dem Fracanapa Tango Quintet bei den Internationalen Fredener Musiktagen. Fracanapa spielt in einer neuen Besetzung mit Judith Brandenburg am Bandoneon. Eine andere Besonderheit ist: wir spielen mit Vibrafon statt Gitarre: danke Oli Bott! Gabriel Nunez am Piano ist schon ein bisschen länger dabei, aber er trägt unser Quintett durch die Musik. Ganz besonders freue ich mich, daß Wini Holzenkamp nach Corona wieder mit uns spielt. Termine werden jetzt nicht mehr abgesagt, sondern sind verlässlich. Das Hin- und Her der letzen Jahre möchte ich meinen Mitmusikern nicht zumuten...
Probe vom Fracanapa Tango Quintet mit Judith Brandenburg - Bandoneon, Gabriel Nunez - Klavier, Susanne Hofmann - Violine, Oli Bott - Vibrafon, Sven Holscher - Bass
Internationale Fredener Musiktage 2022
Das Klamotten kaufen war ganz schön anstrengend. Aber dann hatten wir eine schwarze Hose und ein schwarzes Hemd. Dazu passten perfekt Opas schwarze Hochzeitsschuhe, die er mitgebracht hat.
Kaum war der Gottesdienst vorbei, war mein Kind wieder in seinen Lieblingsklamotten. Aber so einfach sollte es nicht sein, denn ich wollte so gern ein Foto mit ihm zusammen haben!
Mit Müh und Not hab ich geschafft, daß er mir zuliebe nochmal seine "Festkleidung" anzog. Ich musste einfach ein paar Fotos haben, um eine Erinnerung an meinen großen Jungen mit seiner "kleinen" Mama (so nennt er mich) zu haben...
Meine Idee war, nach Kopenhagen zu reisen. Das Zugticket kostete für uns drei etwa 70 Euro. Das hörte sich toll an...
Als wir dann in Hamburg am Bahnsteig standen, konnten wir lesen, daß der Zug ab Schleswig reservierungspflichtig war (bei der Buchnug stand davon kein einziges Wort!). Es waren sehr viele Menschen, die auch nach Kopenhagen wollten - und von der Reservierungspflicht auch nichts wussten. Als dann ein Mini-Stummel-Zug mit gefühlt drei Wagen einfuhr, war klar, die Reise wird bestimmt nicht angenehm.
Zum Glück ergatterten wir einen Sitzplatz auf unseren Koffern direkt vor dem WC und direkt an der Klimaanlage (allerdings nicht bei der kühlen Luft, sondern bei der Abwärme).
Bis Schleswig war ja alles noch im grünen Bereich, doch was sagt dann der dänische Schaffner an der Grenze? Als der dann über die vielen Menschen kletterte, kommentierte er nur: "Nächstes Jahr bin ich in Rente und sitze im Schaukelstuhl".
Die zweite Überraschung war, als ich direkt nach der Ankunft "mal schnell" Geld tauschen wollte (so wie ich es eben kannte). Ich musste eine Nummer ziehen und die Schlange war endlos lang. Fast zwei Stunden musste ich warten! Als ich dann dran kam, wurde erst mal ein Profil von mir erstellt, und dann tauschte ich zu einem extrem schlechten Kurs. Im Lauf der nächsten Tage fand ich raus, daß man in den nordischen Ländern sogar Kleinigkeiten wie Kaugummis, Croissants oder Zeitungen mit Karte bezahlt .
An meinen kleinen treuen Skoda Baujahr 2009 hab ich fast nicht mehr geglaubt. Es stand wieder der TÜV an, und ich dachte, unter 700 € Reparaturen komm ich nicht raus. Hab schon überlegt, welches neue Auto für mich in Frage käme - vielleicht ein E-Auto?
Aber eine Durchsicht, bevor der TÜV dann die Kiste anschaut, kann man ja machen lassen. Eigentlich wollte sich mein Automechaniker melden, um mir zu sagen, was es für Mängel gibt. Aber das Telefon klingelte nicht. Hatte er mich vergessen?
Ich rief ihn an, und dann kam die unglaubliche Nachricht: der Skoda ist absolut mängelfrei, noch nicht mal der Verbandskasten war abgelaufen!!!
Also geht die Reise weiter mit meiner kleinen, langsamen und dreckigen Kiste auf vier Rädern...
Die Gartensaison war richtig toll. Die Äpfel reichten bis in den Dezember, obwohl meine Kinder jeden Tag mindestens 12 Äpfel gegessen haben. Aus den Quitten hab ich in meiner Verzweiflung Schnaps aufgesetzt, weil ich nicht wusste, wohin damit. Neben mindestens 60 Gläsern Tomatensauce und den Tomaten, die wir täglich gegessen haben, hingen bis in den November noch Tomaten draussen, die jetzt drinnen langsam rot werden. Und jetzt warten im Beet noch Kohlrabi und Rote Bete in verschiedensten Farben und Formen.
Alles gab´s im Überfluss, nur mit dem Salat war es ein bisschen schwierig. Die Hühner meines Nachbarn haben es geliebt, meinen Salat aufzufressen! 🙈🤣 Es gab so viel anderes Obst und Gemüse, daß es eigentlich nicht schlimm war... Aber dafür schmeckten dann die Eier wunderbar, die wir bekommen haben!
Sie las meine FB-Posts und ich manchmal ihre. Ich hab gelernt, den Menschen bei FB ihre Fragen zu beantworten, wenn man wirklich gute Antworten hat. Meine Empfehlung für ein allergiefreies Kolophonium hat ihr damals geholfen.
Monate später begannen wir plötzlich privat zu schreiben und uns gefühlt Tag und Nacht (wir sind beide Nachtlichter) über Geige auszutauschen. Ich bin und war so beeindruckt von ihrem Talent und ihrem Wunsch, Geige zu spielen.
Aber immer noch gab es ein kleines Hindernis zwischen uns, und das hieß Tango. Ich bin so dankbar, daß sie sich wenigstens einmal kurz auf Tango einliess. Ab da war auch ihr klar - Tango kann man aus dem Herzen spielen!
Spätestens als sie mit ihrem Mann plötzlich einen Tango tanzte, war glaube ich das Eis komplett geschmolzen.
Unser Tango-Duo "perfume de tango" war eingeladen, bei einer privaen Feier in Port de Sóller auf Mallorca zu spielen. Eine traumhafte Kulisse erwartetete uns, wir spielten ganz oben auf einem Felsen. Die kleinen Balkons des Restaurants waren an der Felswand, die senkrecht hinunter ins Meer ging. Jedes Mal, wenn wir die Stücke aus Mallorca wieder spielen, ist die Stimmung und das Gefühl des Meeres und des Sonnenuntergangs so präsent.
Für 2023 hat mein Duo "perfume de tango" eine neue Aufgabe: wir sind gebucht für einen Neo-Tango-Auftritt.
Völlig neue Herausforderungen mit einer Loop-station warten auf uns. Es ist sehr spannend, während dem Spielen ein Stück zu kreieren, von dem man nur zwei Loops und die Idee einer Melodie kennt.
"perfume de tango" - Susanne Hofmann, Violine und Judith Brandenburg, Bandoneon
Port de Sóller, Mallorca
Live-Workshops hatte ich ja schon viele gegeben, kleinere Online-Treffs auch. Aber große Online-Workshops waren bis jetzt für mich Neuland.
Im Oktober war es dann so weit - mein erster kostenloser Online-Workshop hatte das Thema "Wie schmücke ich ein Tango-Leadsheet aus?" Ich muss schon sagen, das hat mir so unglaublich großen Spaß gemacht, ich war völlig begeistert, welche Möglichkeiten es auf diese Art und Weise gibt. Gleich im November schob ich die Tango Week hinterher, das Thema war "Percussive Tango-Effekte auf der Geige".
Dies Themen sind schon sehr speziell, aber damit zieht man auch genau die Menschen an, die genau zu einem passen. Besonders beeindruckt war ich von einer Teilnehmerin, die sich auf einer Autofahrt zugeschaltet hat, weil sie noch unterwegs war. So groß war ihr Wunsch, dabei zu sein!
Meine oberste Priorität ist Qualität, aber noch wichtiger ist das Verstehen der Menschen, mit denen ich zusammenarbeite.
Ich freu mich so sehr, in 2023 mit Gruppenkursen (online) zu starten! Auf einen Schlag ist mir geglückt, verschiedene Levels in Gruppen zu bündeln. Level 1 spielt die Gavotte mit Variationen von Georg Friedrich Händel. Level 2 beschäftigt sich mit dem Concerto G-Dur von Antonio Vivaldi. Meine Tango-Geigen spielen Por una cabeza.
Es macht so viel Spaß, ich freu mich sehr darauf!
Ich habe meine Vision und merke, dass so unglaublich viel möglich ist. Ganz deutlich fühle ich, daß ich auf meinem richtigen Weg bin. Immer mehr merke ich, daß Musik machen viel mehr ist, als "nur" Noten abspielen, so wie man es zum Beispiel im Orchester machen muss.
Das Noten lesen ist für mich immer anstrengender. Gleichzeitig lese ich Noten im Tango oder Jazz nur noch wie eine Skizze. Ich merke immer mehr, daß ich ganz automatisch nicht spiele, was da steht, sondern mich am harmonischen Gerüst orientiere und dann frei spiele. Das macht so viel Freude.
Gleichzeitig frage ich mich, was sind eigentlich Fehler in der Musik? Ein Ton, der nicht in den Noten steht, aber in dem Moment genau passt - ist das ein Fehler? Im Orchester ja (eigentlich ist das traurig). Wenn ich alleine spiele, ist es kein Fehler! Im Gegenteil, er inspiriert sogar zum "anders" weiterspielen. Und was macht man mit "falschen" Noten? Ganz einfach, man verwandelt sie in einen Vorhalt oder eine bewusst dissonante Note, die sich zur passenden Note auflöst.
Ganz stark fühle ich, daß ich immer weniger in das feste Gerüst eines Orchesters passe. Emotional und mit meinen Gedanken bin ich bei meiner Lieblingsmusik, bei meinen Kursen und Musik-Ensembles.
Ich bin Susanne und helfe dir dabei, dein Geigen- und Tangospiel zu verbessern, damit du deine Lieblingsmusik so spielen kannst, wie du dir es wünschst, ohne daß du an zu viel Technik verzweifelst.
Derzeit biete ich an:
1. Im Bogentechnik-Booster-Kurs lernst du die wichtigsten Bogenstricharten und ihre technische Ausführung kennen. Du wirst nie wieder fragen, was ist der Unterschied zwischen spiccato oder sautillé, was ist arpeggio, richochet oder martelé.
2. Mit meinem Kurs Geige üben mit Plan lernst du, strukturiert zu üben. In 25-Schritten ist es ganz leicht, dran zu bleiben und WIRKLICH mit einem Stück voranzukommen.
3. Im Tango-Mini-Kurs 5 leidenschaftliche Tango-Spieltechniken entdeckst du viele Raffinessen und Spielweisen, die für argentinischen Tango typisch sind und mit denen das Tango-Geige spielen richtig Spaß macht.
4. Der Geigenkurs Lerne die Grundlagen des Violinspiels für (fast) Anfänger bringt alles auf den Punkt, was du brauchst, um die Grundlagen fürs Geige spielen wirklich zu beherrschen und zu verstehen. Geige spielen muss so natürlich sein wie irgend möglich.
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Susanne Hofmann
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